Samstag, 26.09.2020 10:16 Uhr

Bundesregierung verlängert weltweite Reisewarnung

Verantwortlicher Autor: Viktoria Kersten / Frank Wieners Berlin, 30.08.2020, 12:45 Uhr
Presse-Ressort von: Viktoria Kersten Bericht 3360x gelesen
Welt in der Corona-Krise
Welt in der Corona-Krise  Bild: TRVLCounter

Berlin [ENA] Die Reisewarnung für Touristen aufgrund der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union soll laut Auswärtigem Amt mindestens bis zum 14. September gelten. Touristische Verbände kritisierten den Schritt als undifferenziert.

Für die Touristik, vor allem für diejenigen, deren Geschäft sich auf Länder außerhalb Europas konzentriert, ist das ein herber Schlag. Entsprechend empört reagieren die Verbände. Bereits am Dienstag hatte der Luftfahrtverband BDL gefordert, nicht ganze Staaten undifferenziert als Risikogebiet auszuweisen, sondern stärker nach Regionen zu unterscheiden. Diesen Ansatz einer risikobasierten Differenzierung verfolge das Robert-Koch-Institut in vielen Fällen bereits. Er sollte "zunehmend auch in Drittstaaten praktiziert werden", sagte BDL-Präsident Peter Gerber.

DRV-Präsident Norbert Fiebig sieht die Sache ähnlich. Die pauschale Verlängerung der weltweiten Reisewarnung lasse "den differenzierten Blick auf ein komplexes Problem vermissen", klagt er. Sie schade damit auch der Reisewirtschaft "in Deutschland, Europa und weltweit". Die Bundesregierung setze "grenzüberschreitende Geschäftsreisende und Urlauber dem Generalverdacht aus, Verursacher einer wie auch immer gearteten zweiten Welle zu sein", so Fiebig weiter. Das sei "nicht durch Fakten gedeckt und weder fair noch sachgerecht". Es seien nicht die Pauschalurlauber aus der Türkei oder Spanien, wie der DRV anmerkt, sondern Rückkehrer mit dem Auto, die Verwandte und Freunde in Kroatien und Bulgarien besucht haben. Dort steigen die Zahlen rasant.

Die erneute Reisewarnung trifft auch Spaniens Tourismus hart. Deutschland-Chef von Turespana Arturo Ortiz könne nicht verstehen, warum die Reisewarnung pauschal auf das ganze Festland und die Balearen ausgeweitet wurde. „In vielen Regionen gibt es keinen einzigen Corona-Fall“, ärgert sich Ortiz. Es sei zwar richtig, dass punktuell die Zahlen stiegen. Aber dann hätte man nur für diese Orte und Regionen eine Warnung aussprechen sollen, so Herr Ortiz. Davon abgesehen, wisse man ziemlich genau, warum die Covid-Fälle zuletzt ansteigend waren. Problematisch seien unter anderem Obstplantagen, auf denen viele ausländische Erntehelfer zusammenleben.

Auch Partys in Ballungsräumen wie Madrid und Barcelona, aber auch auf Mallorca, hätten zu einem Anstieg der Infektionen geführt. Dies alles habe aber keinen oder nur wenig Einfluss auf Strandhotels oder Ferienwohnungen, die jetzt um die wichtige Herbstsaison fürchten müssten. Ortiz hofft deshalb, dass die Reisewarnung so schnell wie möglich wieder aufgehoben wird. Jeder Tag ohne Touristen lasse die Umsatzausfälle in der gesamten Branche größer werden.

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